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Erste Schritte9 Min. Lesezeit

Deine ersten 30 Tage in Deutschland: die komplette Checkliste

Der erste Monat in Deutschland folgt einer festen Reihenfolge: manche Schritte sind ohne die vorherigen schlicht nicht möglich. Diese Checkliste ordnet alles danach, was worauf aufbaut.

Tag 1–3: Anmeldung und das Nötigste

Buche den Anmeldetermin, sobald du die Wohnungsschlüssel hast. Termine in Berlin, München und Hamburg sind oft wochenlang ausgebucht, prüfe also täglich auf frei gewordene Slots, falls nichts verfügbar ist. Du brauchst Reisepass, Mietvertrag und eine unterschriebene Wohnungsgeberbestätigung deines Vermieters. Gesetzlich hast du 14 Tage nach Einzug Zeit, in der Praxis zeigen sich viele Bürgeramt-Filialen kulanter, wenn wirklich kein Termin verfügbar war.

Besorge sofort eine europäische SIM- oder eSIM-Karte, falls noch nicht vorhanden. Eine funktionierende deutsche oder EU-Nummer brauchst du für fast jedes Konto, das du diesen Monat eröffnest.

Tag 3–7: Bankkonto und Krankenversicherung

Mit der Anmeldebescheinigung in der Hand eröffnest du dein Bankkonto, was oft noch am selben Tag geht, falls du nicht schon vor der Ankunft eines eröffnet hast. Melde dich parallel bei einer Krankenkasse an; dein Arbeitgeber braucht den Namen der Kasse für die Lohnabrechnung, und Studierende benötigen den Versicherungsnachweis vor der endgültigen Immatrikulation.

Wenn du angestellt bist, gib deinem Arbeitgeber IBAN und Versicherungsbestätigung, sobald beides vorliegt. Verzögerungen hier können den ersten Gehaltseingang verschieben.

Tag 7–14: Steuer-ID und Anmeldungen

Deine Steuer-Identifikationsnummer wird automatisch nach der Anmeldung erstellt und an deine gemeldete Adresse geschickt, meist innerhalb von zwei bis drei Wochen, manchmal länger. Dein Arbeitgeber braucht sie für die korrekte Lohnabrechnung; informiere die Personalabteilung, falls sie bis zum Arbeitsbeginn noch nicht angekommen ist.

Melde dich für den Rundfunkbeitrag beim Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio an. Jeder Haushalt zahlt ihn, unabhängig davon, ob ein Fernseher vorhanden ist, aktuell rund 18,36 €/Monat, abgerechnet pro Adresse statt pro Person. Die Zahlung ist Pflicht, und nicht angemeldete Haushalte werden tatsächlich nachverfolgt. Teilst du dir die Adresse mit jemand anderem, etwa einem Mitbewohner oder Familienmitglied, klärt vorher, wer sich anmeldet, und verknüpft eure ARD-Kundennummern, damit der Haushalt nicht doppelt abgerechnet wird.

Richte, falls noch nicht geschehen, den Internetanschluss ein. Anbieter wie Vodafone, O2, die Deutsche Telekom und 1&1 brauchen meist 2–4 Wochen für die Freischaltung, weshalb sich der Start bereits in Woche eins lohnt, auch wenn die Installation erst in dieses Zeitfenster fällt.

Tag 14–21: die praktischen Dinge regeln

  • Handyvertrag: Wechsel von der Prepaid-SIM zu einem regulären Vertrag, sobald Bankkonto und idealerweise etwas SCHUFA-Historie vorhanden sind; Verträge sind langfristig günstiger als Prepaid.
  • Supermärkte: Rewe, Edeka und Lidl decken die meisten Bedürfnisse ab; Aldi und Netto sind besonders günstig; bring eigene Taschen mit, und beachte, dass die meisten Geschäfte sonntags komplett geschlossen sind.
  • Verkehr: Das Deutschlandticket (rund 63 €/Monat, regional gelegentlich vergünstigt) gilt bundesweit im Nah- und Regionalverkehr, und lohnt sich schon vor einer Entscheidung fürs Auto.
  • Haftpflichtversicherung: gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber fast überall abgeschlossen, günstig, und deckt Schäden ab, die du versehentlich anderen zufügst.

Tag 21–30: der letzte Feinschliff

  • Prüfe, ob deine Anmeldedaten exakt mit Bank-, Versicherungs- und Arbeitgeberunterlagen übereinstimmen; Abweichungen führen später zu Verzögerungen.
  • Buche, falls zutreffend, den Termin bei der Ausländerbehörde für den Aufenthaltstitel. Hier gibt es oft die längsten Wartezeiten in Deutschland, also so früh wie möglich buchen.
  • Speichere folgende Notrufnummern: 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst, EU-weit), 110 (Polizei), und finde die nächste Apotheke für den Notfall außerhalb der Arztsprechzeiten.
  • Melde dein Kind bei Schule oder Kindergarten an, falls du als Familie umziehst. Kommunale Fristen variieren, und manche Städte haben lange Wartelisten.

Kurzübersicht der Reihenfolge

  1. Anmeldetermin
  2. Bankkonto
  3. Krankenversicherung
  4. Meldung beim Arbeitgeber (IBAN + Versicherung)
  5. Steuer-ID (kommt automatisch)
  6. Rundfunkbeitrag-Anmeldung
  7. Internet- und Handyvertrag
  8. Deutschlandticket und Haftpflichtversicherung
  9. Termin bei der Ausländerbehörde (falls zutreffend)

Hinweis

Dieser Leitfaden dient ausschließlich zur Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Terminverfügbarkeit, Gebühren und Bearbeitungszeiten variieren je nach Stadt und ändern sich regelmäßig, also bitte aktuelle Details bei der zuständigen Behörde bestätigen.

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